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Ein alter Einband von 1916. Erschienen von Kurt Wolff Verlag.

Der Heizer

Im folgenden Aufsatz untersuche ich die Figur des Heizers, den man in dem ersten Kapitel des Romans „Der Verschollene“ von Franz Kafka findet. Der Zweck dieses Aufsatzes ist, ein charakteristisches Profil des Heizers zu erstellen. Ich fange mit einer kurzen Zusammenfassung des Kapitels an. Dann beschreibe ich Angeben über den Heizer und seine Körpermerkmale, wie auch seine charakteristischen Qualitäten. Am ende ich schlage eine mögliche Deutung der Figur des Heizers in der Geschichte vor.

Eine Zusammenfassung des Kapitels

Der Kapitel hat mit der jungen Hauptfigur, der Karl Roßmann heißt, angefangen. Er war auf einem Schiff, das eben erst in New York angekommen ist. Seine Eltern haben ihn allein nach Amerika aus Deutschland geschickt, weil er ein uneheliches Kind mit seinem Dienstmädchen hatte. Bevor er mit alle anderen das Schiff ausgestiegen ist, hat er den Heizer zufällig getroffen, während er seinen Regenschirm unter Deck gesucht hat.

Karl hat an eine zufällige Tür geklopft, die das Zimmer des Heizers war, weil er verloren war. Der Heizer hat Karl drinnen eingeladen. Sie haben angefangen, über Technik zu sprechen, und Karl hat schnell seinen Regenschirm vergessen. Sie waren sofort sehr angenehm mit einander und sie haben über viele Dinge gesprochen. Als sie im Zimmer waren, hat der Heizer Karl gesagt, dass er das Schiff verlassen musste und neue Arbeit finden musste, weil der Obermaschinist den Heizer einen problematischen Arbeiter gefunden hat. Der Heizer hat geglaubt, dass der Obermaschinist Befangenheit gegen den Heizer war und auch, dass der Obermaschinist antideutsch war. Karl hat empfohlen, dass der Heizer mit dem Kapitän sprechen sollte. Sie sind beide zum Büro des Kapitäns gegangen, denn Karl hatte einen Gleichgesinnten in dem Heizer gefunden. Sie waren sofort Kameraden.

Als sie in das Büro des Kapitäns gekommen sind, haben sie viele wichtige Leute dort gesehen. Alle—besonders ein alter Mann mit einem Bambusstöckchen—haben den Heizer und Karl angesehen. Beide Männer haben sehr nervös ausgesehen. Karl hat zuerst gesprochen und dann der Heizer seine Ansichten verteidigt hat. Er hat schlecht erklärt, wie der Obermaschinist zu ihm ungerecht war. Als er fertig war, war er sehr bekümmert und abgerissen. Karl hat versucht, dem Heizer zu helfen, aber der Mann mit einem Bambusstöckchen hat Karl unterbrochen, um seinen Namen anzufragen, während gleichzeitig der Obermaschinist und seine Zeugen in dem Büro angekommen sind. Der Obermaschinist hatte eingetreten und er eine Aussage gegen den Heizer gemacht, das kräftig aber nicht überzeugend war. Aber er hatte mehr achten als der Heizer und war siegreich.

Nachdem der Obermaschinist fertig war, hat der Mann mit einem Bambusstöckchen wieder nach Karls Namen gefragt. Karl hat seinen Namen gesagt und das ganze Zimmer hat plötzlich reagiert, weil der Mann mit dem Bambusstöckchen der Onkle von Karl ist. In diesem Moment haben fast jeder über den Heizer vergessen. Der Onkel hat einen Brief vom deutschen Dienstmädchen vorgelesen. In dem Brief hat die Geschichte des Exils von Karl gestanden. Nur Karl und sein Onkel waren wichtig, nicht den Heizer. Mit so vielem Tumult hat der Kapitän ein kleines Boot geordert, so dass Karl und sein Onkle das Schiff verlassen konnten. Bevor sie abgehen sind, hat Karl auf Heizer Abschied vorgesagt. Aber wir wissen nicht, was dem Heizer passiert sind.

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Von der originellen Publikation in 1913.

Wer ist der Heizer?

Obwohl wir nur ein bisschen über den Heizer wissen, liefert Kafka genug Information, um dem Heizer eine Identität zu geben. Wir wissen, dass er ein Deutscher und von der Arbeiterklasse ist (S. 8, Z. 30). Und er hat auf viele Schiffe gearbeitet und ist stolz auf seiner Arbeit (S. 8, Z. 20). Wir wissen auch, dass er ein leidenschaftlicher Mann ist, der aggressiv aber liebevoll ist. Jedoch die Hauptfigur Karl ist, kein Heizer, und seine Geschichte weitermachen muss, ist der Heizer eine zweitrangige Figur. Leider wissen wir kein Namen des Heizers, wer seine Familie und Freunden sind, oder wie seine Geschichte endet.

Nach dem Erzähler ist der Heizer ein physikalischer großer Mann. Obwohl wir wenige Einzelheiten des Aussehens von dem Heizer wissen, gibt es ein paar Beispiele im Kapitel. Als Karl erstmals den Heizer getroffen hat, hat der Erzähler den Heizer als „ein riesiger Mann“ beschrieben (S . 8, Z. 13). Während Karl und der Heizer später mit dem Kapitän gesprochen haben, musste der Heizer zu Karl hinunter sehen, um das Gesicht von Karl anzusehen (S. 17, Z. 5). Auch hat er „lange Beine“ (S. 14, Z. 24). Außerdem hat der Heizer „dunkle[s] kurze[s] dichte[s] Haar.“ (S. 9, Z. 25). Aber zudem haben seine innerlichen Eigenschaften.

Zusätzlich zu seinem großen Körper ist der Heizer auch ein verärgerter Mann, der mehrmals sein Ärger gezeigt hat. Als der Heizer zuerst über den Obermaschinisten gesprochen hat, war er so frustriert, dass er auf den Tisch mehrmals hart mit der Faust geschlagen hat (S. 11, Z. 25). Und unterwegs zum Büro des Kapitäns hat er versucht, eine Ratte niederzutreten (S. 14, Z. 20). Außerdem hat der Heizer viel Hass für den Obermaschinisten: „Wenn man ihm den Schubal hingehalten hätte, hätte er wohl dessen gehaßten Schädel mit den Fäusten aufklopfen können.“ (S. 24, Z. 27).

Entgegen seinen mehr aggressiven Eigenschaften kann man sehen, dass der Heizer ein Mann mit Prinzipien ist, weil er ein religiöser Mann ist. Während er und Karl in seinem Zimmer über den verlorenen Koffer gesprochen haben, hat der Heizer gesagt, „glauben macht selig“, um auf den Optimismus von Karl zu antworten (S. 9, Z. 24). Als sie dann seinem Zimmer verlassen haben, hat der Heizer „ein Muttergottesbild von der Wand über dem Bett“ genommen und er hat es „in seine Brusttasche“ gesteckt (S. 14, Z. 13). Vielleicht ist er religiöse, weil er immer allein ist und deswegen braucht er Glaube, um die Welt zu überleben.

Obwohl der Heizer ein verärgerter Mann sein kann, ist er auch ein liebevoll Mann, der zu Karl anhänglich fühlt. Als Karl an die Tür des Heizers geklopft hat, hat der Heizer ihn gern in seinem Zimmer eingeladen, obgleich das Zimmer klein war (S. 8, Z. 24). Als Karl ein bisschen später das Zimmer des Heizers verlassen wollte, um seinen Koffer abzuholen, hat der Heizer gesagt, dass Karl bleiben sollte und er Karl mit seiner Hand gegen die Brust ins Bett zurückgestoßen hat (S. 9, Z. 31). Sie haben genossen, einander Gesellschaft zu leisten, weil sie viele Dinge gemeinsam hatten, wie Technik. Und später hat Karl seinen Finger hin und her zwischen den Finger des Heizers im Büro des Kapitäns gezogen, um den Heizer zu trösten, als er in den Klemme war (S. 36, Z. 11). Ich frage mich, ob diese Aktion suggeriert, dass der Heizer vielleicht ein Schwuler ist, weil er eine Art vom sexuellen Kontakt mit Karl eingeweihte hat. Es ist der Heizer, der Karl in seinem Zimmer eingeladen hat, der Karl ins Bett zurückgestoßen hat, und der hatte „glänzenden Augen... als widerfahre ihm eine Wonne“ während er Karl angesehen hat. Mindestens ist der Heizer dargelegt als ein bisschen homoerotisch.

Schlussfolgernd, der Heizer ist eine komplexe aber rätselhafte Figur, die ein und aus des Kapitels verblasst hat. Obwohl er wichtig zu Karl ist, ist er eine geringe Figur, die Karl hilft, sein Onkel zu finden. Er repräsentiert eine niedrige Gesellschaftsschicht in krassem Gegensatz zu Karl, sein Onkel, und die Besatzung des Schiffs. Er ist jung, frech, leidenschaftlich, und ein einführendes Symbol dieses neues Lands: Amerika.