800px-Man_Writing_a_Letter_by_Gabriël_Metsu.jpg
Gabriël Metsu, Man Writing a Letter

“Das Urteil” ist ein Kurztext von Franz Kafka und wird 1913 veröffentlicht. Die Handlung verwickelt die Hauptfigur Georg Bendemanns Entscheidung, seinem Freund in Petersburg zu schreiben, dass er heiraten wird. Meiner Meinung nach ist der Freund nur Georgs Fantasiegebilde und mit seiner Existenz und mit dem eingebildeten Briefverkehr wird Georg mit den Todesfälle seiner Eltern fertig.



Die Zusammenfassung
Am Anfang der Geschichte sehen wir, dass Georg seinem Freund einen Brief schrieb. Der Freund, der nach Russland umgezogen ist, wurde als einen Jugendfreund vorgestellt. Georgs Freund hat ein Geschäft, das zunächst erfolgreich war, aber es ist jetzt misslungen. Georg fragte sich, was sollte er mit diesem Freund machen. Der Freund sagte in seinen Briefen, dass er wirklich keine Freunde in Russland oder Kundschaft hat und erzählte Georg, dass er auf ein “endgültiges Junggesellentum” vorbereitet ist (759). Während der Jahre versuchte der Freund, Georg zu überreden, nach Russland auszuwandern. Es scheint Georg, dass dieser Freund nutzlos in Russland geschuftet hat. Georg beschreibt ihn mit gelber Hautfarbe, wie er jetzt krank war, vielleicht wegen seiner schlechten Situation. Aber er wusste wirklich nicht, was er ihm sagen sollte. Einerseits könnte man diesen Freund vorschlagen, wieder nach Hause zu kommen und ein Leben zu Hause wieder fortzufahren. Aber Georg vermutet, dass dieser Freund nur denken würde, dass seinen Freunden seine Abreise ein Misserfolg scheint. Dieser Freund würde sich nur wie ein Zürückgekerter in der Heimat fühlen. Vielleicht würde der Freund den Ratschlag nicht akzeptieren und in der Fremde bleiben, weil seine Heimatstadt jetzt fremd ist. In dieser Situation würden seine Freunde auch entfremdet sein. Wenn er andererseits den Ratschlag akzeptieren würde, wäre er wieder daheim, weil es Sinn macht und ohne Lust. In diesen Situationen würde dieser Freund jetzt ohne Heim und Freunde sein, und Georg wollte das nicht. Georg dachte, dass es vielleicht besser wäre, wenn der Freund in der Fremde bleibt. Georg glaubte, dasser diese Dinge nicht sagen könnte, wenn er eine briefliche Verbindung mit diesem Freund halten wollte.


Außer dem Briefverkehr haben Georg und der Freund seit langer Zeit nicht voreinander gesprochen. Der Freund ist jetzt drei Jahre nicht zurück zu die Heimatgekommen. Er sagte, dass der politische Tumult der Grund für seine Abwesenheit war. Viel hat mit Georg in diesen Jahren passiert. Er sprach über den Tod seiner Mutter in seinen Briefen, über den der Freund nur ein trockenes Beileid sprach aus. Georg wurde sehr erfolgreich mit seinem Geschäft aber er erzählte dem Freund nicht davon. Georg sprach über bedeutungslose Dinge in seinen Briefen mit dem Freund. Er wollte das Bild der Vaterstadt für den Freund nicht stören. Der Freund interessierte sich jetzt für die Verlobungen, über die Georg sprach. Georg wollte dem Freund über seiner eigenen Verlobung mit Frieda nicht erzählen. Georg sagte Frieda, dass er diesen Freund nicht stören wollte. Frieda kannte diesen Freund nicht, hatte aber Lust, ihn kennenzulernen und zu der Hochzeit einzuladen. Georg dachte, dass der Freund sich gezwungen gefühltwürde, wenn er zu der Hochzeit geht. Er würde vielleicht neidisch sein, weil er allein nach Russland wieder gehen müsste. Frieda sagte,wenn Georg so einen Freund hatte, konnte er keine Verlobte haben und es war harmlos, diesem Freund alles zu erzählen. Er entschied sich endlich, ihm alles zu erzählen. Dieser Freund müsste Georgs Fröhlichkeit akzeptieren. Georg dachte: “Wenn er wirklich sein Freund wäre, würde er froh sein” (761). In dem Brief schrieb Georg, dass er verlobt war. Er sagte, dass sein Freund eine aufrichtige Freundin in seiner Braut bekommen würde und dass sie ihm schreiben würde. Er sagte auch, dass die Hochzeit eine gute Gelegenheit war zu besuchen und alle Hindernisse zu überwinden.


Als Ergebnis von Georgs großen Entscheidungen wollte er mit seinem Vater sprechen. Er erkannte ihm an, dass er endlich seinem Freund von seine Verlobung erzählen würde und wie er sie ihm zuerst verschweigen wollte. Der Vater fragte, ob dieser Freund in Russland wirklich existierte und er verkündete, dass Georg diesen Freund nicht hatte. Georg versuchte, den Vater an diesen Freund zu erinnern. Er erwähnte, dass der Freund vor drei Jahren besuchte, wie der Vater ihn zuerst nicht mochte und wie Georg ihn dem Vater verleugnet hat. Georg erkannte an, dass das verständlich war, weil der Freund seine Eigentümlichkeiten hatte. Aber Georg sagte, dass sein Vater sich mit dem Freund gut unterhalten hat. Der Freund erzählte unglaubliche Geschichten von Russland, die der Vater wiederholt hat. Der Vater gab zu, dass er wohl diesen Freund kannte. Der Vater sagte, dass der Freund “ein Sohn nach seinem Herzen wäre”(766). Der Vater stellte fest, dass Georg den Freund und ihn das ganze Jahr betrogen hat, weil niemand Georg im Büro stören durfte, um Georg falsche Briefchen zu dem Freund schreiben. Der Vater behauptete, dass er um diesen Freund geweint hat. Der Vater sagt, dass Georg seinen Hintern auf den Freund gesetzt hat und er denkt, dass Georg diesen Freund unterkriegen wollte. In diesem Moment war Georg geschockt und er stellte sich den Freund in einem leeren Geschäft vor. Er fragte sich: “Warum hatte er so weit wegfahren müssen?” (766). Der Vater sagte weiter, dass Georg den Freund verraten hat, aber nicht wirklich, weil der Vater der Vertreter des Freunds am Ort war. Der Vater verkündete auch, dass er mit diesem Freund herrlich verbunden war und jetzt stärker als Georg war. Der Vater behauptete, dass der Freund alles schon wusste. Der Vater erzählte ihm schon, weil Georg sein Schreibzeug nicht genommen hat, und er hat dem Freund Briefe geschrieben und er wusste hundertmal besser als Georg, was wirklich in dieser Situation passierte. Aus diesem Grund kam der Freund nicht mehr in die Heimat. Der Vater sagte, dass Georg sehr lang auf diesen Moment gezögert hat und der Freund schon drei Jahre “gelb zum Wegwerfen” war (768).



Leonid_Pasternak_001.jpg
Leonid Pasternak, "Throes of Creation"

Meine Theorie

Was wissen wir wirklich über Georgs Freund? Wir wissen seinen Namen nicht und das ist der erste Teil jemandes Identität. Wir hören auch nichts aus seiner Perspektive, nur aus Georgs. Meiner Meinung nach existiert der Freund nicht und er ist nur Georgs Bewältigungsmechanismus für den Tod seiner Eltern- aber wirklich seines Vaters. Wir wissen schon in der Geschichte, dass Georgs Mutter Tod ist. Es gibt auch viele Hinweise, dass der Vater gestorben ist. Wir sehen ihn nur in seinem Zimmer, das ein großes Symbol des Toten ist. Das Zimmer ist kalt und dunkel und es steht in Gegensatz das Frühjahrswetter draußen. Es gibt viele Andenken der Mutter in diesem Zimmer, es ist eine Gedenkstätte des Toten. Die Zeitung, zu die der Vater Georg geworfen hat, hat ein altes Datum. Es wird klar, dass die Zeit in diesem Zimmer wirklich angehalten hat.

Diese Situation mit der Zeit passiert auch mit diesem Freund.Georg will das alte Bild der Heimat für den Freund nicht stören und Georg fühlt sich verpflichtet, dieses Bild aufrechtzuerhalten, weil er ihre Heimat keinen fremden Ort für den Freund machen will. Die Zeit ist ein häufiges Thema in Kafkas Werken. Die Zeit spielt eine große Rolle der Handlung für mancher Geschichten, zum Beispiel “Vor dem Gesetz”. Kafka bindet auch oft Zeit und Tod zusammen und wir können das sehen in “Das nachste Dorf” und “Die Sorge des Hausvaters”.


Der Vater und der Freund haben viele andere Verbindungen. Der Vater sagt, dass der Freund ein Sohn nach seinem Herzen wäre. Der Vater verkündet, wie ähnlich er und der Freund sind. Auch hat der Vater angedeutet, dass Georg ihn und den Freund gleichfalls betrogen hat. Der Vater nennt sich einen Vertreter des Freunds und er sagt, dass er mit dem Freund “herrlich verbunden” ist (768). Der Freund und der Vater haben Georg auch sehr lang gekannt. Georg sagt später, dass der Vater die Geschichte des Freunds wiedererzählt, fast als wie sie seine eigene Geschichte wären. Eine nicht so offensichtliche Verbindung ist das Geschäft. Beide Männer sind mit schlechten geschäftlichen Unterfangen verbunden. Während des Gesprächs mit Georg sagt der Vater, dass Georg sein Geschäft abgeschlossen hat (767). Das könnte ein Hinweis sein, dass das Geschäft bei dem Vater schlecht war. Wir könnten das auch vermuten, weil Georg sehr erfolgreich mit dem Geschäft ist. Er hat das Personal verdoppelt und den Umsatz verfünffacht. Wir wissen auch schon, dass der Freund ein unerfolgreiches Geschäft hat. Die Dinge, über die Georg mit dem Freund nicht sprechen will, plagen auch den Vater. Über die Verlobung sagt der Vater: “Häng dich nur in deine Braut ein und komm mir entgegen!” (768). Der Vater behauptet, dass Georg jetzt “in Jubel durch die Welt” geht und dass er Geschäfte ab schließt (767). Der Vater sagt auch wie niemand den beschäftigten Chef Georg stören darf. Später sagt der Vater, dass die Mutter diesen “Freudentag”, wann Georg reif ist, nicht erleben kann. Es scheint, dass der Vater Georg über die Verlobung und Georgs Geschäft grollt. Georg denkt, dass das gleiche Gefühl mit dem Freund passiern würde.


Aus diesen Gründen glaube ich, dass der Freund ein Ausdruck des Vaters ist. Aber warum braucht Georg ihn? Georg ist eine sehr kontrollierende Person. Er ist herrschsüchtig mit seinem Geschäft und er will das Bild der Heimat für den Freund kontrollieren. Wann Georg mit seinem Vater spricht, benutzt er Humor, um das Gespräch zu kontrollieren. Diese kontrollierende Eigenschaft könnte erklären, warum er diesen Freund als Bewältigungsmechanismus braucht. Niemand kann Tod kontrollieren oder planen. Es ist ein Teil des Lebens alle Leute machtlos fühlen. Mit diesem Freund in Petersburg konnte Georg sein Leben mit seinen Eltern bewahren und im Wesentlichen könnten seine Eltern noch lebendig sein. In Wirklichkeit fortschritt Georgs Leben sehr schnell und hat sehr viel nach der Todesfälle seiner Eltern verändert. Aber, mit diesem Freund konnte Georg sich selbst und sein Leben einfrieren. Die Zeit zwischen Georgs Mutters Tod und der Freunds Umziehen ist fast gleichzeitig. Wenn Georg seinen Fortschritt in den Briefen ignoriert, konnte er an dieser Zeit festhalten. Georg sagt, dass er den Freund nicht stören wollte, aber er will wirklich sich selbst nicht stören und er will die Realität seiner Situation nicht begegnen. Der Schriftverkehr zwischen Georg und den Freund ist Georgs Fantasiegebilde. Das Gespräch zwischen den Vater und Georg ist auch nur in Georgs Kopf. Meiner Meinung nach sind die Vorwürfe des Vaters nur Georgs Gedanken und die Schuld über den Tod seines Vaters. Zum Beispiel am Anfang ihres Gesprächs Georg bemerkt, dass sein Vater unsaubere Kleidung getragen hat und vernachlässigt ausgesehen hat (765). Der Vater spricht auch über Georgs Vernachlässigung und wie Georg sich mehr auf seinen Arbeit als auf seinen Vater konzentriert hat. Aber Georg war hoffnungsvoll, dass er seinen Vater in sein neues Haus mitbringen könnte und diese Vernachlässigung wiedergutmachen könnte. Der Schriftverkehr, der in der Zeit eingefroren ist, bietet Georg eine Gelegenheit, seine Fehler zu korrigieren. Wir können sehen, wie viel Trost der Schriftverkehr mit dem Freund Georg spendet. Georg schreibt die Breife “in spielerischer Langsamkeit”(759) und wie man an ihren ungeordneten Erinnerung an einem ruhigen Sonntag nachdenkt.(761).


Am Anfang der Geschichte will Georg diesen Bewältigungsmechanismus loslassen. Weil der Freund ein Ausdruck des Vaters ist und Georg diesem Freund von der Verlobung erzählen will, will Georg der Trauer hinterlassen. Man sieht ein, dass Frieda auch will, dass er sich seine Traurigkeit hinter lässt. Meiner Meinung nach Frieda symbolisiert die Fröhlichkeit im Leben. Georg hat Angst vor diesem Gefühl. Wir können das sehen mit den Vorwürfen des Vaters. Wenn Georg neue Vergnügungen erleben und genießen fühlt er Schuld. Er hat auch diese Schuld und dieses Pflichtgefühl mit dem Freund gezeigt. Er denkt auch, dass er seine Eltern nicht wirklich geliebt hat, wenn er neue Fröhlichkeit nach ihren Todesfällen erlebt. Es ist einfacher für Georg vorzutäuschen, dass sein Leben keine Entwicklung mehr hat. Am Ende sehen wir, dass Georg seine Angst und Trauer nicht gegenüberstehen kann und vermutlich begeht er Selbstmord. Seine letzten Worte handeln von seiner Liebe für seine Eltern und wir können endlich wissen, wie viel das Leben ohne seine Eltern und seine neue Fröhlichkeit ihn geplagt haben.

Photo Credit
Photo 1: https://en.wikipedia.org/wiki/Man_Writing_a_Letter#/media/File:Man_Writing_a_Letter_by_Gabri%C3%ABl_Metsu.jpg

Photo 2: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leonid_Pasternak_-_The_Passion_of_creation.jpg