Im ersten Kapitel war Josef K. verhaftet. Er kennt den Grund für seine Verhaftung nicht. Trotz seiner Verhaftung hat er die Freiheit zu kommen und zu gehen, wann er will. Natürlich entscheidet er sich, zur Arbeit zu gehen. Im zweiten Kapitel kommt er von der Arbeit nach Hause und besucht Frau Grubach. Frau Grubach ist die Vermieterin von K. Er weiß, dass die Unannehmlichkeiten, die von seiner Verhaftung herrühren, sehr unangenehm sind. So muss er sich bei Frau Grubach und später bei Fraulein Bürstner, entschuldigen, obwohl diese durch die Verhaftung nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. K. wollte seine Geliebte Elsa besuchen, entscheidet sich aber stattdessen nach Hause zu gehen. Seine Beziehung mit Elsa ist locker oder oberflächlich. Elsa selbst tritt in dem Buch nicht auf und wird nur erwähnt.

Er entschuldigt sich bei Frau Grubach für die Mühe, die seine Verhaftung ihr zufügt. Frau Grubach sagt, die Verhaftung war keine Unannehmlichkeit. Sie sagt auch, dass es nicht so schlecht klingt. K beschreibt sie als Mutterfigur, von der er Hilfe sucht. Ihr Mitgefühl wird von K. bemerkt, als sie sagt, „... Es handelt sich ja um Ihr Glück und das liegt mir wirklich am Herzen, mehr als mir vielleicht zusteht, denn ich bin ja bloß die Vermieterin“ (S. 32). Sie fühlt sich stark in K. und kümmert sich um sein Glück ähnlich wie eine Mutter. Sie versteht die Situation nicht und behauptet, dass die Verhaftung wie ‘etwas Gelehrtes‘ klingt. Vielleicht ist Frau Grubach nicht klug genug, K.s Verhaftung zu verstehen. Es ist auch möglich, dass Frau Grubach mehr über K.s Verhaftung weiß als sie sagt.

K. versucht ihre Hand zu schütteln, aber Frau Grubach 'vergisst' seine Hand zu schütteln. Der Leser weiß nicht, ob Frau Grubach absichtlich vergessen hat, K.s Hand zu schütteln. K. fragt sich, ob Frau Grubach seine Hand schütteln würde, nachdem der Aufseher ihm die Hand nicht geschüttelt hatte. Es könnte bedeuten, dass Frau Grubach denkt, dass er schuldig ist und nicht mit ihm assoziiert werden will. Trotz allem, was sie vorher gesagt hat, schüttelt Frau Grubach seine Hand nicht. Vielleicht ist sie wütend auf die Probleme, die K. für sie verursacht hat. Sie hat jetzt einen "Verbrecher" in ihrem Gebäude.





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Dieses Bild ist ein Screenshot aus dem Film The Trial von 1962. Es zeigt Frau Grubach im Gespräch mit K.


K. fragt Frau Grubach nach Fräulein Bürstner, die Nachbarin von K. K. fühlt sich zu ihr hingezogen und verteidigt sie gegen Gerüchte von Frau Grubach. Frau Grubach antwortet, dass Fräulein Brüstner im Theater ist und oft mit verschiedenen Männern in der Stadt trifft. Nachdem Frau Grubach sagt, dass Fräulein Bürstner kein guter Mensch ist, wird K. wütend und er geht. Man kann dauraus schließen, dass er böse auf Frau Grubach ist, weil er glauben will, dass er der einzige Mann in Fräulein Brüstners Leben ist.

Er wartet auf Fräulein Bürstners Ankunft. Er wartet stundenlang auf sie. Sie kommt erst gegen Mitternacht an. Josef fängt sie im Flur ab, um sich bei ihr für die Probleme zu entschuldigen, die seine Verhaftung gemacht hat. Sie lädt ihn in ihr Zimmer ein, obwohl sie müde ist. K. sieht, dass sie müde ist und trotzdem im Raum bleibt. Er erklärt, was am Morgen passiert ist und die Verhaftung für Fräulein Bürstner. Sie werden durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen und Fräulein Burstner geht zur Tür, um zu versuchen, aus K. zu entkommen.Sie fragt sich, was die Leute denken. Sie ist eine unverheiratete Frau allein mit K. Sie sieht K. mit ihr flirten und weiß, dass ihm auch bewusst ist, wie allein sie sind. K. geht schnell aus ihrem Zimmer, aber nicht bevor er sie an ihr Gesicht und Hals küsst. Fräulein Bürstner nimmt am Kuss kein teil, aber sie hört auch nicht auf. K küsst sie weiterhin, obwohl sie nicht reagiert. Der Kuss überrascht sie. Es scheint, als ob sie und K. sich nicht gut kennen. Er küsst sie aggressiv und unerwartet.


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Dieses Bild ist ein Screenshot aus dem Film The Trial von 1962. Es zeigt Fräulein Bürstner im Gespräch mit K.



Das Treffen mit Fräulein Bürstner zeigt K.s wirkliches Verbrechen. Seine Lust ist ein großes Problem für ihn. Fräulein Bürstner übt eine sexuelle Anziehungskraft auf ihn aus. Er reagiert auf seinem Anziehungskraft auf Fräulein Bürstner, ohne an seine Taten zu denken. Er denkt auch nicht an Fräulein Bürstners Reaktion auf seine Lust. Im ganzen Kapitel haben Frauen eine besondere Rolle für K.: Sie sind entweder Helfer oder Sexobjekte. Frau Grubach ist die Mutterfigur. Sie ist älter und hat Mitleid mit K. Er muss sich bei ihr für die Probleme entschuldigen. Frau Bürstner ist jemand, dessen Anerkennung und Aufmerksamkeit er sucht. Er möchte eine romantische Beziehung mit ihr führen, kann es aber nicht, wenn er ein Krimineller ist. Er entschuldigt sich für seine Verhaftung, damit er besser aussieht.







Links und Zitate



Hier steht ein guter Artikel über die Frauenfiguren im K.s Leben:
http://www.mkwblog.uni-freiburg.de/wp-content/uploads/2016/01/Kafka-Hausarbeit-MKW.pdf

The Trial: https://www.youtube.com/watch?v=srbgvEi5toM

Kafka, Franz. Der Process. Edited by Malcolm Pasley, Fischer Taschenbuch Verlag, 1996. ISBN-10: 3596124433

Eine kostenlose Ausgabe von Der Process und mehr information über Kafka finden Sie hier:
http://gutenberg.spiegel.de/autor/franz-kafka-309