In Franz Kafkas Der Prozeß wird Josef K., der "erste Prokurist einer großen Bank" (54), verhaftet. Während der Leser in den ersten paar Kapiteln von Josef K. und seinem Prozess erfährt, erwähnt Kafka vor dem sechsten Kapitel "Der Onkel · Leni" nicht die Mitglieder von K.s Familie. In
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Josef K. während seiner Verhaftung (Dieses Bild ist ein Screenshot aus dem Film The Trial von 1962)
diesem Kapitel mit der Einführung von K.s Onkel, ist der Leser endlich in der Lage, die Dynamik von K.s Familie zu verstehen.


In diesem sechsten Kapitel des Romans lernen wir den Onkel von Josef K kennen. Der Name von K.s Onkel ist nicht klar. Im ganzen Kapitel wird er als Karl oder Albert bezeichnet. Während es unklar ist, ob der Name von K.s Onkel Karl oder Albert ist, ist es klar, dass er „ein kleiner Grundbesitzer vom Lande“ ist (112). Außerdem versteht der Leser, dass K.s Onkel sein ehemaligen Vormund war.

Eines Nachmittags, als K. schon in der Mitte seines Prozesses stand, kam sein Onkel in den Raum, „drängte sich zwischen zwei Dienern" (112), die K. einige Papiere zur Einsicht brachten. K. hatte lange auf seinen Onkel gewartet, da er von K.s Prozess gehört haben musste. Sein Onkel lief leichtsinnig zu K. und alles was ihm in den Weg kam, umgestürzte. Er hielt seinen „eingedrückten Panamahut" (112) in der linken Hand, seine rechte Hand ausgestreckt, lange bevor er in der Nähe von K.s Schreibtisch war.

K.s Onkel hatte es immer eilig. Seine Besuche in der Stadt waren immer nur für einen Tag und er glaubte, dass er während seines Besuchs eine Reihe von Dingen zu tun hatte. Kaum hatten sie sich begrüßt, lud K. seinen Onkel ein, sich in den Sessel zu setzen. Sein Onkel hatte jedoch keine Zeit zu sitzen. Er wollte privat mit seinem Neffen sprechen, wie es für seinen Seelenfrieden notwendig war.

Was habe ich gehört, Josef?" (113) rief K.s Onkel, als sie allein waren.
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Josef K. und sein Onkel sprechen über K.s Prozeß (Screenshot aus dem Film The Trial von 1962).
Mit dieser Aussage ist dem Leser klar, warum K.s Onkel ihn besucht. Der Grund für den Besuch seines Onkels war, dass er endlich von seiner Tochter Erna über K.s Prozess erfahren hatte. Erna schrieb an ihren Vater, dass er, da er viele einflussreiche Menschen kannte, K. helfen konnte. Da K.s Onkel sich immer noch als K.s Vormund betrachtete, willigte er ein, alles zu tun, um K. zu helfen.


K.s Onkel ist offensichtlich sehr grob. Er schob K.s Arbeitsunterlagen unter sich, ohne sie anzusehen, um es sich bequemer zu machen. Für K.s Onkel war K. immer der Stolz der Familie. Als er also von K.s Prozess erfuhr, erklärte er: „Du darfst nicht unsere Schande werden“ (116). Er erzählte seinem Neffen, dass er bis heute stolz sei, sein Onkel zu sein. K.s Onkel sagt K., dass er nicht mag, wie er sich in Bezug auf seinen Prozess verhielt. Der Onkel sprach zu laut über den Prozess, und er hörte nicht auf das, was K. ihm sagte. Er ging im Zimmer auf und ab, blieb an einem Fenster oder einem Gemälde stehen und rief aus: Mir ist es vollständig unbegreiflich!(117).

K.s Onkel, der seit zwanzig Jahren auf dem Land lebt, riet K., für eine Weile auf dem Land zu leben. Es ist K.s Onkel klar, dass sein Neffe abgenommen hatte. K.s Onkel glaubte, dass die Landluft K. Stärke für die harte Arbeit geben wurde, die vor ihm liegt. Des Weiteren argumentierte K.s Onkel, dass es für das Gericht schwieriger sein wurde, ihn zu erreichen, wenn K. in dem Land war. Da K.s Onkel jedoch seit zwanzig Jahren im Land lebte, hatte er seine Fähigkeit verloren, sich mit solchen Angelegenheiten zu befassen. K.s Onkel ist eine Metapher für den Kontrast zwischen dem langsamlebigen Landleben und der Korruption, die in der Stadt leicht zu finden ist.


Als K. und sein Onkel von seinem Büro nach draußen gingen, stellte K.s Onkel immer wieder Fragen über den Prozess, selbst wenn sie in der Eingangshalle der Bank waren. Er wollte wissen, wie der Prozess begann, und er erklärte seinem Neffen, dass sich das Verfahren seit einiger Zeit weiterentwickelte. K.s Onkel erzählte seinem Neffen, dass er früher über den Prozess hätte schreiben sollten. K.s Onkel erklärte, dass es schwierig sein würde zu helfen, da der Prozess bereits begonnen hatte. Allerdings sagte er seinem Neffen, dass er alles für ihn tun würde, bis zu einem gewissen Grad er immer noch sein Vormund war.

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Die Bankhalle, die K. und sein Onkel von K.s Büro nach draußen führten

Mit seiner üblichen Eile erklärte K.s Onkel, dass sie keine Zeit zu verlieren hatte. Als er K. das erklärte, rief er gleichzeitig ein Taxi und zog K. hinter sich in das Fahrzeug. Er sagte dem Taxifahrer die Adresse von Dr. Huld, einem prominenten Verteidiger, mit dem er zur Schule ging. Es überraschte ihn, dass K. noch nie von dem Anwalt gehört hatte. K. war unbehaglich mit der eilige Art, wie sein Onkel sein Prozeß behandelte. K.s Onkel bemerkte, dass 8 Uhr eine ungewöhnliche Zeit, einen Anwalt zu besuchen war. K.s Onkel war jedoch zuversichtlich, dass Huld ihn zu dieser Zeit sehen wurde.

K.s Onkel ist arrogant und kann als unhöflich wahrgenommen werden. Er wird kein "nein" für eine Antwort nehmen. Als Leni, die Magd von Huld, sich weigerte, K. und seinen Onkel den Anwalt sehen zu lassen, weil er krank war, glaubte K.s Onkel ihr nicht und verlangte, hereingelassen zu werden. Als Leni K. und seinen Onkel schließlich ins Haus ließ, sagte der Onkel: „Nächstens öffnen Sie früher!“ (122). Es scheint, dass K.s Onkel Leni wirklich nicht mag. Er nannte das Mädchen eine Hexe und sagte Dr. Huld, dass er besser aussieht, als sie den Raum verlassen hat.
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K.s Onkel spricht mit K. und Dr.Huld.

Während der Onkel seinem Neffen, auf den er immer stolz gewesen war, zu helfen versuchte, war er nicht wirklich erfolgreich.K.s Onkel sagte, dass er K. nicht helfen könnte, weil K. schweren Schaden angerichtet hat, als er den Raum verließ, in dem Huld, sein Onkel und der Kanzleidirektor waren. K.s Onkel glaubte, dass K.s Prozess hätte Fortschritte machen können, wenn K. nicht Stunden mit Leni verbracht hätte, die eindeutig Hulds Geliebte war. Er machte K. schuldig für seine Taten in Dr. Hulds Haus. Er sagte, K. hatte ihn stundenlang im Regen warten lassen. K.s Onkel sagte, dass K. hatte seine Chancen auf einen erfolgreichen Prozess ruinierte.

In Der Prozeß dient dieses Kapitel als einzige Begegnung des Lesers mit K.s Onkel. K.s Onkel kann als älterer Mann gesehen werden, der nicht mehr wirklich in das Stadtleben passt. Es ist klar, dass er ein Mann des Landes ist, da er seit zwanzig Jahren dort lebt. Obwohl K.s Onkel denkt, dass er ein wichtiger und beschäftigter Mann ist, scheint das Stadtleben ohne ihn weiterzugehen.










Autor: Vera Pertsovskaya





Arbeit zitiert: “Biografie Franz Kafka.” Franz Kafka, franz-kafka.eu/biografie/.
Kafka, Franz. Der Prozess. Reclam,1993.
Kinnear, Simon. “Kafka With Laughter: Orson Welles’ The Trial (1962) – Blu-Ray Review.” Kinnemaniac, 4 Sept. 2012, www.kinnemaniac.com/2012/09/04/kafka-with-laughter-orson-welles-the-trial-1962-blu-ray-review/.
“The Main Building of the Bank of Finland.” National Treasures - Bank of Finland, kansakunnanomaisuutta.fi/main-building/.
“Philip Glass's The Trial at Linbury Studio Theatre.” Gramophone, 9 Oct. 2014, www.gramophone.co.uk/features/gallery/philip-glasss-the-trial-at-linbury-studio-theatre.
“ Verhaftung.” Kafkapedia, kafkapedia.wikispaces.com/Verhaftung.
Welles, Orson, director. The Trial. Paris-Europa Productions, 1962.